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Einführung in den Machu-Test – Industrial Physics

Der Machu-Test ist ein beschleunigter Schnellkorrosionstest zur Überprüfung der Qualität organischer Beschichtungen auf Aluminium und Stahl. Ein beschichtetes Prüfblech wird bis zum Grundmetall eingeritzt, in eine aggressive, angesäuerte Salz- und Peroxidlösung bei kontrollierter Temperatur getaucht und anschließend daraufhin beurteilt, wie weit die Korrosion von der Ritzstelle ausgehend unter die Beschichtung gewandert ist. Innerhalb weniger Stunden liefert er Qualitäts- und F&E-Experten eine frühzeitige Einschätzung der Beschichtungs- und Vorbehandlungsqualität, für deren Nachweis ansonsten ein wesentlich längeres Salzsprühnebelprogramm erforderlich wäre.

Die Methode ist kein eigenständiger ISO- oder EN-Standard. Stattdessen ist sie in zwei bekannten Qualitätsspezifikationen für Beschichtungen vorgeschrieben: den QUALICOAT-Spezifikationen für Architekturbeschichtungen auf Aluminium und den Qualitätsrichtlinien der QIB (Qualitätsgemeinschaft Industriebeschichtung e. V.), dem deutschen Qualitätsverband für Industriebeschichtungen. Beide nutzen den Machu-Test als schnelle, interne Prüfung der Integrität von Beschichtungen.

Was der Machu-Test abdeckt

Der Machu-Test bietet eine beschleunigte Methode zur Bewertung der Korrosionsbeständigkeit einer beschichteten Metalloberfläche, wobei der Schwerpunkt darauf liegt, wie gut die Beschichtung und ihre Vorbehandlung der Unterwanderung an einer Fehlstelle widerstehen. Die wichtigsten Elemente der Methode sind:

  • Ein Immersions- (Tauch-) Test in einer angesäuerten Lösung aus Natriumchlorid, Eisessig und Wasserstoffperoxid, die auf einer kontrollierten, erhöhten Temperatur gehalten wird
  • Ein definierter Ritzschnitt durch die Beschichtung bis zum Grundmetall, der mit einem speziell dafĂĽr vorgesehenen Ritzwerkzeug ausgefĂĽhrt wird (der Ritz erfolgt gemäß ISO 17872)
  • Beurteilung der Korrosionsinfiltration oder Unterwanderung, gemessen von der Ritzlinie nach auĂźen nach Ablauf der Immersionszeit
  • Anwendung auf beschichtetem Aluminium und Stahl, einschlieĂźlich pulverbeschichteter und nasslackierter Architekturprofile

Innerhalb von QUALICOAT erscheint die Methode als beschleunigter Korrosionstest an stranggepressten Aluminiumprofilen. Innerhalb der QIB-Qualitätsrichtlinien ist sie eine obligatorische Eigenüberprüfung für die Qualität der Vorbehandlung.

Warum der Machu-Test wichtig ist

Beschichtungsfehler auf Architektur-Aluminium oder beschichtetem Stahl sind kostspielig, sichtbar und treten im Betrieb erst spät in Erscheinung. Der Machu-Test ist wichtig, weil er Probleme frühzeitig aufdeckt, bevor das beschichtete Produkt das Werk verlässt. Eine standardisierte Schnellkorrosionsprüfung hilft Experten aus den Bereichen Qualität, F&E und Betrieb dabei:

  • Vorbehandlungs- und Beschichtungsqualität in Stunden statt in Tagen oder Wochen zu prĂĽfen, die ein vollständiges SalzsprĂĽhnebelprogramm erfordert
  • Schwache Haftung und mangelhafte Vorbehandlung zu erkennen, die sich später in der Praxis als Unterwanderung, Blasenbildung oder Delamination zeigen wĂĽrden
  • Die Anforderungen der Qualitätszeichen QUALICOAT und QIB zu unterstĂĽtzen, bei denen der Machu-Test als vorgeschriebene EigenĂĽberprĂĽfung oder InspektionsprĂĽfung gilt
  • Eine objektive, wiederholbare Basis fĂĽr die Lieferantenqualifizierung und zur Beilegung von Streitigkeiten zwischen Beschichter und Kunden zu schaffen
  • Ausschuss, Nacharbeit und Gewährleistungsrisiken zu reduzieren, indem Chargen vor dem Versand verifiziert werden

Wie der Machu-Test funktioniert

Ein beschichtetes Prüfblech wird zunächst mit einem kontrollierten Ritzwerkzeug kreuzweise durch die Beschichtung bis zum blanken Metall eingeritzt, sodass eine definierte Fehlstelle für den Korrosionsangriff vorhanden ist. Das Blech wird dann vollständig in die erhitzte Testlösung eingetaucht, die Natriumchlorid, Eisessig und Wasserstoffperoxid kombiniert, um eine bewusst aggressive Umgebung mit niedrigem pH-Wert zu schaffen. Da die Reaktion durch diese Chemie und die Temperatur vorangetrieben wird, wird das Bad für die Dauer des Tests auf einer stabilen, erhöhten Temperatur gehalten.

Nach Ablauf der Immersionszeit wird das Blech entnommen und untersucht. Das entscheidende Ergebnis ist die Infiltration oder Unterwanderung – also wie weit sich die Korrosion von der Ritzstelle aus seitlich unter der Beschichtung ausgebreitet hat. Ein geringes, gut kontrolliertes Ergebnis deutet auf eine einwandfreie Vorbehandlung und Beschichtungshaftung hin; eine breite Unterwanderung weist auf eine Schwachstelle im System hin. Die Konstanz von Temperatur und Lösungschemie macht das Ergebnis wiederholbar und von einem Test zum nächsten vergleichbar – genau das, wofür ein kontrolliertes Testbad ausgelegt ist.

AusrĂĽstung fĂĽr den Machu-Test

Das TQC Sheen Machu-Testbad, Teil der Industrial Physics Gruppe, bietet die kontrollierten Bedingungen, die zur Durchführung des Machu-Tests gemäß QUALICOAT- und QIB-Spezifikationen erforderlich sind.

Dieses temperaturgesteuerte Bad ist so konstruiert, dass es die Testlösung während der gesamten Immersionszeit auf einer stabilen, präzise geregelten Temperatur hält, damit die Ergebnisse genau, wiederholbar und zuverlässig bleiben. Typische Merkmale sind:

  • Präzise Temperatursteuerung und -ĂĽberwachung fĂĽr konsistente Testbedingungen
  • Eine Kapazität, die auf Standard-Machu-PrĂĽfbleche und -Behälter ausgelegt ist
  • Ein Timer zur Verwaltung der Immersionszeit ohne ständige Aufsicht
  • Ein Design, das fĂĽr die routinemäßige Qualitätskontrolle in Beschichtungs- und Veredelungsbetrieben vorgesehen ist

Das Machu-Testbad unterstützt die Prüfung der Performanz von beschichtungen gemäß QUALICOAT- und QIB-Spezifikationen und wird mit einem kompatiblen Ritzwerkzeug zur Vorbereitung des Ritzes kombiniert. Wenn Sie unsicher sind, wie das Bad in Ihre aktuelle Vorbehandlungs- oder Beschichtungslinie passt, helfen Ihnen unsere Experten gerne weiter.

Zugehörige Normen und Spezifikationen

Der Machu-Test ist Teil einer größeren Familie von Qualitätsspezifikationen für Beschichtungen und Korrosionsprüfverfahren. Zu den häufig daneben genannten Referenzen gehören:

  • QUALICOAT – internationales Qualitätszeichen fĂĽr flĂĽssige und pulverförmige organische Beschichtungen auf Architektur-Aluminium, das den Machu-Test vorschreibt
  • QIB (Qualitätsgemeinschaft Industriebeschichtung e. V.) – deutscher Qualitätsverband, dessen Richtlinien den Machu-Test fĂĽr höhere Beanspruchungsgruppen fordern
  • GSB International – das andere wichtige europäische Qualitätszeichen fĂĽr beschichtetes Aluminium, das ebenfalls den Machu-Test verwendet
  • QUALISTEELCOAT – Qualitätszeichen fĂĽr organische Beschichtungen auf Stahl
  • EN 12206-1 und EN 15773 – europäische Normen fĂĽr die Pulverbeschichtung von Aluminium sowie fĂĽr die Pulverbeschichtung von verzinktem Stahl
  • ISO 9227 – SalzsprĂĽhnebelprĂĽfungen (einschlieĂźlich Essigsäure-SalzsprĂĽhnebelprĂĽfung), das standardisierte KorrosionsprĂĽfverfahren, mit dem die Machu-Methode oft verglichen wird
  • ISO 17872 – Leitfaden zum Anbringen von Ritzmarkierungen auf beschichteten Blechen fĂĽr KorrosionsprĂĽfungen, der den Machu-Ritz regelt

Ihr globaler Partner für Messungen und Prüfungen der Beschichtungsqualität

Industrial Physics unterstützt Experten aus den Bereichen Qualität, F&E und Betrieb weltweit mit der Fachkompetenz für farben und beschichtungen, die erforderlich ist, um sicher mit Methoden wie dem Machu-Test zu arbeiten. Ganz gleich, ob Sie eine neue Vorbehandlung qualifizieren, eine QUALICOAT- oder QIB-Anforderung erfüllen oder einen Beschichtungsfehler untersuchen – wir helfen Ihnen dabei, genaue, wiederholbare und zuverlässige Ergebnisse zu erzielen.

Kontaktieren Sie uns, um Ihre Anforderungen an KorrosionsprĂĽfungen von Beschichtungen zu besprechen.

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